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“Bitte eröffnen Sie für Ihr Kind ein Schüler-Girokonto bei der Haspa!”

Als hätten die Negativschlagzeilen der Haspa im vergangenen Monat zu den ominösen Psychoprofilen ihrer Kunden nicht gereicht, werden jetzt erneute Skandale laut. Zusammen mit Hamburger Grundschulen soll die Haspa Elternbriefe verfasst haben, in denen die Eltern gezielt dazu aufgefordert werden würden, ein Konto für ihre Kinder bei der Haspa zu eröffnen, um damit in der Schulkantine ihr Essen zu bezahlen.

Früher und heute

Siebenjährige Grundschulkinder mit einer Geldkarte aus dem Haus zu schicken, um mittags in der Kantine selbstständig ihr Essen bargeldlos zu bezahlen? Mag für viele Erwachsene von heute als Absurdität schlechthin gelten. Während wir früher noch stolze Besitzer unseres wöchentlichen Taschengeldes von fünf Mark waren, die in Zwanzig-Pfennig-Stücken fein säuberlich gehortet und gespart wurden, haben die Kinder von heute bereits eine ganz andere Dimension. Fast ein jedes Kind hat ab der dritten Klasse oder noch früher ein Handy, saß schon am Computer und sieht fern statt draußen im Garten zu spielen. Doch das Kind im Grundschulalter mit der Verwaltung von Geld auf einer Chipkarte zu konfrontieren, stößt für Verbraucherschützer und Eltern an die Grenzen. Sie kritisieren, dass die Schule keinerlei Gespür dafür habe, wie gefährlich es ist, wenn Kinder richtig früh mit dem Bezahlen mit der Geldkarte angefixt werden würde. Und noch mehr kritisiert wird das offensive Vorgehen der Haspa, die den Eltern schon fast keine andere Möglichkeit mehr lässt.

Wird Grundschule ihren Prinzipien noch gerecht?

Um das Zahlungsverfahren in der Kantine zum Mittagstisch zu vereinfachen, soll jeder Schüler noch nur seine Geldkarte durch das Magnetfeld ziehen und das Essen wäre bezahlt. Doch kommt es doch gerade in der Grundschule noch auf eine basale Erziehung der Kinder an und darauf, sie mit gesellschaftlichem und vor allem zwischenmenschlichem Gespür vertraut zu machen. Ein gesundes Verständnis für Geld und Sparen würde so erst gar nicht entwickelt werden und man sollte dem Kind doch wenigstens die Chance geben, erst einmal heranzuwachsen und sich zu entwickeln, bis man dann einmal bereit für das erste eigene Konto ist.

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